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Lexikon

Immer wieder wer­den wir im Zuge der Berichter­stat­tung über queere The­men gefragt, welch­es Word­ing das richtige ist. Da es uns ein Anliegen ist, dass respek­tvoll und wertschätzend berichtet wird, wollen wir hier einige For­mulierung­shil­fen geben:

bitte nichtstattdessenErk­lärung
Trans­sex­uellTrans­geschlechtlich, Tran­si­d­ent, Transper­so­n­enTrans­sex­u­al­ität ist ein ver­al­teter medi­zinis­ch­er Begriff für die Diag­nose ein­er Krankheit 
Homo­pho­bie, Trans­pho­bieHomofeindlichkeit, Trans­feindlichkeit, Queer­feindlichkeitPho­bie beschreibt in der Medi­zin eine Angst. Wer queere Men­schen has­st hat keine Angst son­dern ist feindlich
Zwit­terintergeschlechtlichZwit­ter und Her­maph­ro­dit sind ver­al­tete und diskri­m­inierende Begriffe für Intergeschlechtlichkeit

Allie
= (nicht queere) Unter­stützende der queeren Com­mu­ni­ty

Aids-Schleife
= oder Red Rib­bon. Rote Schleife zum Zeichen der Sol­i­dar­ität mit HIV-Pos­i­tiv­en und Aids-Erkrank­ten

A‑Sexuell
= asex­uelle Men­schen haben kein sex­uelles Ver­la­gen oder Inter­esse oder auch nur unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen (z.B. Demi­sex­u­al­ität). Ein Zusam­men­hang zur medi­zinis­chen Trieblosigkeit beste­ht nicht

A‑Gender
= kein geschlechtlich­es Empfind­en

AFAB
= assigned Female at Birth. (bei der Geburt dem weib­lichen Geschlecht zugewiesen)

AMAB
= assigned Male at Birth (bei der Geburt dem männlichen Geschlecht zugewiesen)

Bi-sex­uell
= sex­uelle Anziehung zu zwei (bi) Geschlechtern. In der Regel ist damit Frau und Mann gemeint. Der Begriff ver­all­ge­mein­ert auch Pan- oder Omni­sex­u­al­ität

Bio-Queen
= oder AFAB-Queen. Eine weib­liche Drag-Queen

Ball­room
Eine Bewe­gung aus der haupt­säch­lich afroamerikanis­chen und lateinamerikanis­chen LGBTQIA*-Subkultur, die in New York ihren Ursprung hat. In Wet­tbe­wer­ben (Balls) treten Häuser (siehe auch Wahlfam­i­lien) gegeneinan­der an. Zu Kat­e­gorien des Wet­tbe­werbs zählen Tanz, Lip-Sync oder Design-Chal­lenges. Die Ball­room-Szene hat ihre Mit­glieder immer in gewis­sem Maße vor Prob­le­men (Dro­gen­ab­hängigkeit, Pros­ti­tu­tion, Obdachlosigkeit, HIV/Aids) bewahrt, denen sie häu­figer aus­ge­set­zt sind als weniger mar­gin­al­isierte Per­so­n­en

Bär
= stark behaarte, kräftige schwule Män­ner beze­ich­nen sich oft als Bär

Butch
= masku­line Darstel­lung les­bis­ch­er Frauen

Christo­pher Street Day (CSD)
Die Beze­ich­nung CSD hat sich nur im deutsch­prachri­gen Raum durchge­set­zt. Son­st wird eher von Pride-Ver­anstal­tun­gen gesprochen. Es soll zum einen an die Stonewall-Auf­stände in der Christo­pher Street erin­nern, aber auch für weit­ere Gle­ich­stel­lung queer­er Men­schen demon­stri­ert wer­den. Mit­tler­weile haben auch Unternehmen erkan­nt, dass sich mit Wer­be­flächen auf CSD-Demos gutes Geld ver­di­enen lässt, weswe­gen die Kom­merzial­isierung der CSD-Ver­anstal­tun­gen zunehmend kri­tisiert wird.

Com­ing Out
siehe hierzu Out­ing

Cis
bei Cis-Men­schen stim­men das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht mit dem sozialen/empfundenen Geschlecht übere­in

Chub­by
= dicke schwule Män­ner

Divers
= Abbil­dung der gesamten LGBTQIA*-Community

Dead­name
= abgelegter Name bei Trans*Personen oder Inter*Personen

Demi-Sex­uell
= Demi­sex­uelle Men­schen benöti­gen eine emo­tionale Bindung, um sex­uelles Ver­la­gen zu empfind­en

Doppelaxt/Labrys
= ursprünglich ein Zeichen der Ama­zo­nen wurde in den 1970ern als Zeichen der Frauenkampf­be­we­gung genutzt und ist heute ein Zeichen für les­bis­chen Frauen (Butch)

Drag
= dressed as girl — Die Beze­ich­nung geht auf das Eng­land des 19. Jahrhun­derts zurück als Frauen im The­ater keine Rollen spie­len durften — und Män­ner in Frauen­klei­dern diese verkör­pern mussten. Hier entwick­el­ten sich unter­schiedliche Stil-Rich­tun­gen: Drag-Queen, Drag-King, Tunte, Trav­es­tie

Drag-Queen
Eine Drag Queen per­formt (über­triebene) Weib­lichkeit im Kon­text ein­er Show/Performance. Drag Queens sind dabei häu­fig, aber nicht immer, cis Män­ner. Es gibt auch soge­nan­nte Bio-Drags (AFAB-Queens). Hier­bei han­delt es sich um Frauen die Weib­lichkeit im Show-Kon­text über­trieben darstellen. Da es sich bei Drag um eine Per­for­mance han­delt, die unab­hängig vom Geschlecht der Per­son ist, soll­ten Drag-Queens nicht mit Trans*Frauen gle­ichge­set­zt wer­den

Drag-King
Ein Drag King per­formt (über­triebene) Maskulin­ität im Kon­text ein­er Show/Performance, Drag Kings sind meist AFAB. Da es sich bei Drag um eine Per­for­mance han­delt, die unab­hängig vom Geschlecht der Per­son ist, soll­ten Drag-Kings nicht mit Trans*Männern gle­ichge­set­zt wer­den

Dyke
= aus dem englis­chen für “Kampfles­be” — ursprünglich ein Schimpf­wort, wird heute meist als pos­i­tive Eigen­beze­ich­nung genutzt

Enby
siehe auch Nicht­bi­na­rität

Feindlichkeit
Homofeindlichkeit, Queer­feindlichkeit und Trans­feindlichkeit beze­ich­nen alle­samt neg­a­tive Ein­stel­lun­gen, Vorurteile und Ablehnung bis hin zu Hass oder kör­per­lich­er Gewalt und zunehmend auch Mord gegenüber queeren Men­schen

Fag(got)
= aus dem englis­chen für “Schwuch­tel” — ursprünglich ein Schimpf­wort, wird heute teil­weise auch als pos­i­tive Eigen­beze­ich­nung genutzt

Femme
= betont weib­liche Darstel­lung haupt­säch­lich bei les­bis­chen Frauen oder nicht­binären Men­schen

FLINTA*
= Female — Les­bisch — Intergeschlechtlich — Nicht­binär — Trans­geschlechtlich — Agen­der (alles außer cis-Män­ner)

FtM
= Female to Male (weib­lich zu männlich) — Trans*mann

Gay­dar
= Gespür dafür, ob eine andere Per­son queer ist (gay + Radar)

Gen­der
= englis­ch­er Begriff für das, was im Deutschen als “soziales Geschlecht” beze­ich­net wird. Gemeint sind die indi­vidu­elle Iden­tität und soziale Rolle jedes Men­schen in Bezug auf das Geschlecht und wie diese in ein­er Gesellschaft bew­ertet wer­den

Häuser/Houses
= eng ver­bun­den mit der Ball­room-Kul­tur. Men­schen (ins­beson­dere POC) kon­nten und kön­nen ihre sex­uelle oder geschlechtliche Iden­tität in ihren Herkun­fts­fam­i­lien nicht ausleben ohne ver­stoßen, diskri­m­iniert oder aus­ge­gren­zt zu wer­den. Häuser bilden eine alter­na­tive Fam­i­lie (Wahlfam­i­lie) und bieten Rück­halt und Zuge­hörigkeit für junge nicht geschlecht­skon­forme, nicht­binäre, schwarze, lateinamerikanis­che nicht het­ero­nor­ma­tive Men­schen. Geleit­et wer­den Häuser von Müt­tern und Vätern, die ihren Häusern markante Namen geben (z. B. House of St. Lau­rent). Oft tra­gen Häuser Namen von Mod­e­la­beln, weil POC der Zugang zur Mod­ewelt ver­wehrt blieb.

Het­ero-Sex­uell
= Men­schen, die sich nicht vom gle­ichen Geschlecht ange­zo­gen fühlen

Homo-Sex­uell
= Men­schen, die sich vom gle­ichen Geschlecht ange­zo­gen fühlen

Homofeindlichkeit
Homofeindlichkeit, Queer­feindlichkeit und Trans­feindlichkeit beze­ich­nen alle­samt neg­a­tive Ein­stel­lun­gen, Vorurteile und Ablehnung bis hin zu Hass oder kör­per­lich­er Gewalt oder zunehmend auch Mord gegenüber queeren Men­schen

Intergeschlechtlich
= Men­schen, deren Kör­p­er biol­o­gis­che Merk­male von männlichen wie weib­lichen Geschlechtern aufweisen. Eine Intergeschle­htlichkeit kann auch vor­liegen, obwohl es von außen nicht ersichtlich ist. Der Begriff Inter­sex­uell wird oft für das gle­iche ver­wen­det aber Intergeschlechtlich ist die bessere Beze­ich­nung

Label
= Eigen­beze­ich­nung für Sex­u­al­ität oder Geschlecht

Lamb­da
= griechis­ch­er Buch­stabe L — ste­ht für Lib­er­ty (Frei­heit) und ist das Zeichen für den Gay Rights Con­cress in Edin­burgh und auch des Lamb­da-Bun­desver­ban­des der in Deutsch­land queere Organ­i­sa­tio­nen und Vere­ine ver­net­zt. Das Zeichen wurde haupt­säch­lich in der ehm. DDR als Erken­nungsze­ichen von Les­ben und Schwulen genutzt

LSBTIQ(A)*
Abkürzung für die queere Com­mu­ni­ty (L ‑Les­bisch, S – Schwul, B – Bisex­uell, T – Trans*, I – Inter*, Q – Queer*, A – Agen­der und ein * für alle, die hier nicht genan­nt sind).

LGBTQIA* ist die englis­che Beze­ich­nung (Les­bian, gay, bisex­u­al, trans­gen­der, queere, inter­sex­u­al, agen­der*)

Teil­weise wird auch nur LGBT als Kurz­form genutzt

Les­bisch
= homo­sex­uelle Frauen — der Begriff kann ver­wen­det wer­den, solange er nicht in einem homofeindlichen oder frauen­feindlichen Kon­text ste­ht. Im Zweifel ist homo­sex­uell der bessere Begriff

Mis­gen­dern
= eine Per­son dem falschen Geschlecht zuweisen oder sie mit den falschen Pronomen ansprechen

MtF
= Male to Female (männlich zu weib­lich) — Trans*Frau

Nichtbinär/Nonbinär
Nicht-binäre* (ENBY) Men­schen fühlen sich wed­er als Mann noch als Frau. Ihre Geschlecht­si­den­tität kann männliche oder weib­liche Anteile haben, irgend­wo dazwis­chen liegen oder auch ganz außer­halb dieser Kat­e­gorien sein

Out­ing (oder Com­ing Out)
hier wird unter­schieden zwis­chen dem inneren Out­ing, bei dem sich die Per­son über ihre sex­uelle oder geschlechtliche Iden­tität bewusst wird und dem äußeren Out­ing, bei dem die Per­son öffentlich zu ihrer sex­uellen oder geschlechtlichen Iden­tität ste­ht. Das innere Com­ing-Out ist auch heute noch für viele Betrof­fene geprägt von Schuldge­fühlen oder Selb­sthass. Der Begriff kommt von “aus dem Schrank her­auskom­men” (Com­ing out of the Wardrobe). Es kommt auch immer wieder zu Fremd-Out­ings, bei denen Men­schen, die von der Queer­ness ein­er Per­son wis­sen, diese in der Öffentlichkeit damit bloßstellen. Trans­geschlechtliche Men­schen kön­nen auch ein Zwang­sout­ing erleben: Wenn der Name z.B. im Ausweis noch nicht geän­dert wurde, kön­nen Außen­ste­hende den Trans*Hintergrund der Per­son erken­nen

Omni-Sex­uell
= Im Gegen­satz zu Pan­sex­uellen, die alle Geschlechter begehren, unter­schei­den Omni­sex­uelle sehr wohl nach dem Geschlecht des Gegenübers und schätzen dies auch Wert — begehren aber eben­falls alle Geschlechter gle­ich­w­er­tig. Omni­sex­u­al­ität gehört zum Spek­trum der Bisex­u­al­ität

Otter
= stark behaarter eher dünner/muskulöser schwuler Mann. Nah ver­wandt mit dem Bär aber nicht so kräftig

Pride
= Pride-Ver­anstal­tun­gen erin­nern an die Auf­stände in der Christo­pher Street. In vie­len Städten gibt es dazu Paraden. Im deutschsprachi­gen Raum hat sich der Begriff Christo­pher Street Day (CSD) durchge­set­zt (Pride = Stolz)

Pass­ing
= das Geschlecht mit dem eine Per­son wahrgenom­men wer­den möchte

Pan-Sex­uell
= Für pan­sex­uelle Men­schen ist es nicht vom Geschlecht abhängig, wen sie begehren und lieben. Es kommt auss­chließlich auf den Men­schen an. Pan­sex­u­al­ität ist Teil des Spek­trums der Bisex­u­al­ität

Poly-amor
= Liebes- oder sex­uelle Beziehung mehrerer Per­so­n­en zueinan­der. Men­schen, die sich in mehr als eine Per­son auf ein­mal ver­lieben und/oder roman­tis­che, queer­pla­tonis­che und/oder sex­uelle Beziehun­gen mit mehr als ein­er Per­son gle­ichzeit­ig haben (wollen), kön­nen sich als polyamor beze­ich­nen

Pinkwash­ing
siehe auch Rain­bow-Wash­ing

Queer
= Ober­be­griff für alle Men­schen inner­halb der LSBTQIA* Com­mu­ni­ty — jedoch lehnen manche dieses Label ab, andere wählen es ganz bewusst um sich nicht ein­er Kat­e­gorie zuzuord­nen

Queer­feindlichkeit
Homofeindlichkeit, Queer­feindlichkeit und Trans­feindlichkeit beze­ich­nen alle­samt neg­a­tive Ein­stel­lun­gen, Vorurteile und Ablehnung bis hin zu Hass und kör­per­lich­er Gewalt oder zunehmen auch Mord gegenüber queeren Men­schen

Regen­bo­gen
Judy Gar­land starb im Juni 1969 — Sie galt als Ikone für viele queere Men­schen. An ihrerer Beerdi­gung in New York nah­men zehn­tausende Men­schen teil. Schätzungsweise die Hälfte davon war queer. Als Hom­mage an ihren großen Hit “Some­where over the Rain­bow” tru­gen sie Regen­bo­gen­flaggen mit sich. Am Abend der Beerdi­gung trafen sich Trauergäste in der Bar “Stonewall Inn” als es erneut zu ein­er Razz­ia durch die Polizei kam. Siehe hierzu Stonewall Auf­stände. So wurde der Regen­bo­gen zum Sym­bol der queeren Bewe­gung

Regen­bo­gen­flagge
1978 ent­warf Gilbert Bak­er die Regen­bo­gen­flagge (damals noch mit 8 Far­ben — aber da “Hot Pink” indus­triell schw­er zu fer­ti­gen war, wurde sie auf 7 Far­ben reduziert) für den Gay Free­dom Day 1979 wurde sie als Sym­bol beim Trauer­marsch für den erschosse­nen ersten offen schwulen Poli­tik­er Har­vey Milk gewählt. Aktuell wird meist eine sechs-Streifige Flagge ver­wen­det (ohne Türkis). Es gibt aber Bestre­bun­gen die orig­i­nale acht-streifige zu etablieren, weil alle Far­ben nun indus­triell gefer­tigt wer­den kön­nen. Neben der klas­sis­chen Regen­bo­gen­flagge hat sich auch die Pro­gres­sive Pride Flag etabliert

Hot Pink (Sex­u­al­ität) — Rot (Leben) — Orange (Gesund­heit) — Gelb (Son­nen­licht) — Grün (Natur) — Türkis (Kun­st) — Indigob­lau (Har­monie) — Vio­lett (Geist) — teil­weise wird noch ein schwarz­er Streifen zum Gedenken an Aids beige­fügt


Rain­bow-Wash­ing
Auch Unternehmen haben den Regen­bo­gen für sich ent­deckt. Teil­weise aber nicht aus Sol­i­dar­ität mit der LGBTQIA*-Community son­dern rein aus prof­itablen Zweck­en

Regen­bo­gen­fam­i­lien
= ein oder mehrere Eltern­teile sind Teil der LGBTQIA*-Community

Rosa Winkel
= Kennze­ichen für homo­sex­uelle Inhaftierte im Konzen­tra­tionslager

Red Rib­bon
= Aids-Schleife als Zeichen der Sol­i­dar­ität mit HIV-Pos­i­tiv­en und Aids-Erkrank­ten

Schwul
= homo­sex­uelle Män­ner — der Begriff kann ver­wen­det wer­den, solange er nicht in einem homofeindlichen Kon­text ste­ht (z. B. “Schwul” als Schimpf­wort oder “Schwuch­tel” als Belei­di­gung). Im Zweifel ist homo­sex­uell der bessere Begriff

Sapio-Sex­uell
= sapio­sex­uelle Men­schen fühlen sich von der Intel­li­genz des Gegenübers sex­uell ange­zo­gen

Stonewall-Inn
Das Stonewall-Inn ist eine Bar in der New York­er Christo­pher Street in Green­wich Vil­lage, die bere­its in den 1960ern beliebter Tre­ff­punkt für die LGBTQIA*-Community war

Stonewall Riots
In der Nacht von 27. auf 28. Juni 1969 haben sich erst­mal queere Gäste des Stonewall-Inn gegen Polizei­willkür und Polizeige­walt zur Wehr geset­zt. Bis dahin war es üblich, dass queere Men­schen (ins­beson­dere auch trans­geschlechtliche Men­schen und Peo­ple of Col­or) bei Razz­ien erfasst und zwangs­ge­outet wur­den. Dadurch ver­loren viele von ihnen Woh­nung und Job. Mar­sha P. John­son und Syvlia Rivera sind zwei namentlich bekan­nte und in der Queeren-Com­mu­ni­ty gefeierte Vor­re­i­t­erin­nen dieser Auf­stände. Trans*Personen, Sexarbeiter*innen und Fetishist*innen schlossen sich den Auf­stän­den an und es kam zu tage­lan­gen Straßen­schlacht­en mit der Polizei. Dies ist die Geburtsstunde der Pride-Bewe­gun­gen, an die auf den CSDs in vie­len Städten heute immer noch erin­nert und angeknüpft wird

Trans
= Ober­be­griff, der ver­schiedene Men­schen beze­ich­net, die sich nicht mit dem ihnen bei der Geburt zugewiese­nen Geschlecht iden­ti­fizieren. Trans­geschlechtliche Men­schen sind beispiel­sweise Trans*Frauen (Frauen, deren Geschlecht­szuweisung durch Hebamme bei der Geburt männlich war)

Trans­geschlechtlich
Poli­tisch kor­rekt ist es, den Begriff „trans­geschlechtlich“ zu ver­wen­den (oder: Frau mit trans­fem­i­ninem bzw. Mann trans­masku­linem Hin­ter­grund)

Transgender/Transident
= Anglizis­mus, der in die deutsche Sprache über­nom­men wurde. Er bedeutet das gle­iche wie trans­geschlechtlich, wird aber von Transper­so­n­en in Deutsch­land nicht so gerne ver­wen­det. Oft ver­wen­det wird auch die Beze­ich­nung Tran­si­d­ent. Wie der Name es schon sagt, deutet der Begriff auf die Iden­ti­fika­tion des Einzel­nen hin, auf sein Gefühl, und nicht auf die Geschlechtlichkeit. Den­noch ist es bess­er, diese Begriffe zu ver­wen­den, als von Trans­sex­u­al­ität zu sprechen

Die Begriffe „Transe“ oder „Transsexualität“ sollten vermieden werden

Trans­feindlichkeit
Homofeindlichkeit, Queer­feindlichkeit und Trans­feindlichkeit beze­ich­nen alle­samt neg­a­tive Ein­stel­lun­gen, Vorurteile und Ablehnung bis hin zu Hass oder Kör­per­lich­er Gewalt und zunehmen Mord gegenüber queeren Men­schen

TERF
„trans-exclu­sion­ary rad­i­cal fem­i­nist“ (Trans-Per­so­n­en auss­chließende radikale Fem­i­nistin­nen). TERFs behaupten, dass es nur zwei Geschlechter gibt und dass diese durch kör­per­liche Merk­male voneinan­der zu unter­schei­den sind. Diese kör­per­lichen Merk­male stellen sie über die Selb­st­beschrei­bung von Trans*Menschen

Tran­si­tion
= Prozess zur Anpas­sung von sozialen, kör­per­lichen oder juris­tis­chen Gegeben­heit­en um die eige­nen Geschlechtsmerk­male zu kor­rigieren (z. B. Geschlecht­san­gle­ichende Maß­nah­men, Per­so­n­en­stand­sän­derung, Hor­mon­ther­a­pie)

Twink
= haar­lose, wenig masku­line schwule oder bisex­uelle Män­ner (knabenhaft/boyish)

Wahlfam­i­lie (oder Cho­sen Fam­i­ly)
= Auf­grund von Ablehnung in der Herkun­fts­fam­i­lie suchen viele queere Men­schen ein Zuhause in ein­er Wahlfam­i­lie

8 Streifige Regenbogen-flagge

Gilbert Bak­er — 1978
ein Jahr später diente sie als Sym­bol beim Trauer­marsch für den ermorde­ten ersten offen schwulen Poli­tik­er Har­vey Milk.

Bedeu­tung der Far­ben
Hot Pink (Sex­u­al­ität) — Rot (Leben) — Orange (Gesund­heit) — Gelb (Son­nen­licht) — Grün (Natur) — Türkis (Kun­st) — Indigob­lau (Har­monie) — Vio­lett (Geist)

6 Streifige Regenbogen-flagge

da “Hot Pink” indus­triell nicht fer­tig­bar war wurde die Flagge reduziert. Um die Straße bei Har­vey Milks Beerdi­gung zu säu­men, wurde auch Türkis ent­fer­nt. Diese Ver­sion der Regen­bo­gen­flagge ist die heute bekan­nteste.

Progressive Pride
Flagge

Daniel Quasar — 2014

Der Keil erweit­ert die Flagge um die Trans-Far­ben (hell­blau, rosa, weiß), braun repräsen­tiert POC als mar­gin­al­isierte Gruppe und schwarz ste­ht für Betrof­fene und Ver­stor­bene mit HIV/Aids. Valenti­no Vechi­et­ti erweit­erte sie um den lila Kreis auf Gelb, der Intergeschlechtlichkeit repräsen­tiert.

Straight Ally Pride
Flagge

unbekan­nt — frühe 2000er

heterosexuelle/Cisgender Unter­stützende der LGBTQIA*-Community, die sich gegen Queer­fendlichkeit aussprechen.

Bedeu­tung der Far­ben
Schwarz-Weiß (het­ero) + Regenbogen‑A (Ally)

Lesbische Pride Flagge

Emi­ly Gwen — 2018

Die Flagge soll expliz­it alle Frauen mit ein­beziehen — auch Trans*Frauen

Bedeu­tung der Far­ben
Gen­der­nonkon­for­mität, Unab­hängigkeit, Com­mu­ni­ty, Weib­lichkeit, Klarheit, Frieden, Liebe, Sex und Fem­i­ninität.

Es gibt die Flagge mit 7 Streifen — da die Her­stel­lung mit jed­er Farbe teur­er wird, gibt es eine vere­in­fachte Ver­sion mit 5 Streifen. Die Bedeu­tung ist dle gle­iche.

Es gibt hier auch Ergänzun­gen durch Sym­bole wie der Kuss­mund oder die zweis­chnei­di­ge Axt.

Schwule Pride Flagge

GayFlag­Blog — 2019

ana­log zur les­bis­chen Pride Flagge wurde die schwule Pride Flagge ent­wor­fen

Bedeu­tung der Far­ben
Com­mu­ni­ty, Heilung, Freude, Gen­der­nonkon­for­mität/Nicht-binäre/­Trans-Schwule, Liebe, Kraft und Diver­si­ty.

Es gibt die Flagge mit 7 Streifen — da die Her­stel­lung mit jed­er Farbe teur­er wird, gibt es eine vere­in­fachte Ver­sion mit 5 Streifen. Die Bedeu­tung ist dle gle­iche.

Bisexuelle Pride Flagge

Michael Page — 1988

Sie soll der Bisex­uellen Com­mu­ni­ty zu Sicht­barkeit ver­helfen.

Bedeu­tung der Far­ben
pink (gle­ichgeschlechtliche Liebe) — blau (ver­schiedengeschlechtliche Liebe) — lila (Liebe zu ein­er Per­son unab­hängig vom geschlechtlichen Spek­trum)

Pansexuelle Pride Flagge

Jasper V. — 2010

Im Gegen­satz zur griechis­chen Vor­silbe “bi” (zwei) bedeutet die Vor­silbe “pan” alles/umfassend.

Bedeu­tung der Far­ben
Magen­ta (AFAB), Cyan (AMAB), Gelb (nicht­binäre Men­schen)

Trans*-Pride Flagge

Mon­i­ca Helms — 1999

Bedeu­tung der Far­ben
blau (männlich) — pink (weib­lich) weiß (nicht­binär, intergeschlechtlich und Men­schen in der Tran­si­tion)

Inter-Pride Flagge

Inter­sex Intern. Aus­tr. — 2013

Bedeu­tung der Farbe
gelb und lila sind expliz­it keine geschlechtlich zugewiese­nen Far­ben. Der Kreis sym­bol­isiert das Unge­broch­ene, die Ganzheit und die Poten­tiale von Inter*-Personen

Nichtbinär Pride Flagge

Kye Rowan — 2014

Bedeu­tung der Far­ben
gelb (geschlecht­sneu­tral) — weiß (alle Geschlechter) — lila (Mis­chung aus männlich und weib­lich) — schwarz (kein Geschlecht)

A‑Gender-Pride Flagge

Salem X/Ska — 2014

Bedeu­tung der Far­ben
schwarz und weiß (voll­ständi­ge Abwe­sen­heit von Geschlecht) — grau (Zwis­chen­stufen) — grün (Kom­ple­men­tär­farbe zu pink/blau)

Leather-Pride Flagge

TomDe­Blase — 1989

Bedeu­tung der Far­ben
königs­blau, schwarz, weiß — die Bedeu­tung der Far­ben soll von der betra­ch­t­en­den Per­son inter­pretiert wer­den

Bären-
flagge

Craig Byrnes — 1995

Bedeu­tung der Far­ben
Die Far­ben ste­hen für die Fell­far­ben der ver­schiede­nen Bären (Bär = haarig/kräftig, Otter = schlanker Bär, Eis­bär = älter­er Bär)

Puppy-
flagge

Pup Flip Gray — 2011

Bedeu­tung der Far­ben
Die Far­ben erin­nern an die Leather-Pride-Flagge. Der weiße Streifen in der Mitte soll die Vielfältigkeit der Pup­py-Com­mu­ni­ty darstellen. Der Knochen soll inter­na­tion­al erkennbar, neu­tral und inklu­siv sein

Rubber Pride Flagge

Peter Tolos/Scott Moats — 1995

Bedeu­tung der Far­ben
schwarz (Ver­lan­gen nach Latex — Aussehen/Gefühl) — rot (Lei­den­schaft für Rub­ber) — gelb (Dri­ve für inten­sives Rubberplay/Fantasien)

Drag Pride Flagge

Austin Intern. Drag Fest. 2016

Bedeu­tung der Far­ben
lila (Pas­sion für Drag) — weiß (das Blank­ing auf dem der Drag-Charak­ter auf­baut) — blau (Selb­st­darstel­lung und Loy­al­ität) — Kro­ne (Führung in der Com­mu­ni­ty) — Sterne (repräsen­tiert die vielfälti­gen Arten von Drag)

Sexarbeiter*innen Flagge

Der rote Schirm ist das Sym­bol der Sexarbeiter*innen

Als (oft mehrfach) mar­gin­al­isierte Grup­pen (Trans*, POC…) sind viele Teil des LGBTQIA*-Spektrums. Der rote Schirm auf der Pro­gres­sive-Pride Flagge soll dies verdeut­lichen

Labrys-Lesben Flagge

Sean Camp­bell — 1999

Bedeu­tung der Far­ben
Labrys (Waffe der Ama­zo­nen — seit den 70ern Zeichen der Frauen­be­we­gung) — schwarzes Dreieck (KZ-Kennze­ich­nung für les­bis­che Frauen als “Asozial”) — lila als Zeichen für Fem­i­nis­mus

Polyamor Flagge

Red How­ell & Polyam — 2022

Bedeu­tung der Far­ben
rot (Liebe/Leidenschaft) — blau (Offenheit/Ehrlichkeit) — vio­lett (nicht-monogame Com­mu­ni­ty) — weiße Ecke (Wachstum/Weiterentwicklung) — gold­enes Herz (Energie und Aus­dauer der nicht­monoga­men Com­mu­ni­ty) — eine ältere Ver­sion zeigte Pi-Zeichen

Han­ky Codes schaf­fen die Möglichkeit Eingewei­ht­en sex­uelle Vor­lieben durch das Tra­gen ver­schieden­far­biger Tüch­er oder Acces­soires für Außen­ste­hende nicht erkennbar anzuzeigen. Hier­bei geben sowohl die Farbe als auch die Posi­tion an der das Tuch getra­gen wird Auf­schluss über mögliche Sex­prak­tiken oder Posi­tion.

Ursprünglich aus dem Wilden West­en als Frauen rar waren zur Kennze­ich­nung, welch­er der Cow­boys den weib­lichen und welch­er den männlichen Part beim Square-Dance übern­immt, wurde die Idee in den 1970ern in der schwulen Led­er und Jeans-Szene über­nom­men und später in der all­ge­meinen BDSM-Szene ver­bre­it­et. Es wur­den auch spezielle Han­kys für Frauen oder Safe-Sex etabliert. Da die meis­ten queeren Men­schen ihre Sexualpartner*innen auf anderen Wegen find­en kön­nen (ins­beson­dere online), hat die Notwendigkeit nachge­lassen, sich Eingewei­ht­en verdeckt erken­nen zu geben. In den let­zten Jahren haben Han­ky Codes ein Revival erlebt — zum einen um sie nicht in Vergessen­heit ger­at­en zu lassen, aber auch um eine analoge Möglichkeit zu haben, die aus Dat­ing-Apps bekan­nten Angaben zu sex­uellen Vor­lieben zu machen.

Ein auf der linken Seite (Herz­seite) getra­genes Tuch sym­bol­isiert dem Gegenüber, dass die tra­gende Per­son den aktiv­en Part (top, dom) bevorzugt. Ein auf der recht­en Seite getra­genes Tuch sym­bol­isiert, dass die tra­gende Per­son den pas­siv­en Part (bot­tom, sub) bevorzugt. Ein um den Hals getra­genes Tuch sym­bol­isiert, dass die tra­gende Per­son flex­i­bel (ver­sa­tile, switch) ist. Bei (BDSM- oder Leder-)Lesben gilt hier die Trageweise von Hand­taschen oder Brust­täschchen als Indika­tor.

Die heute gängig­sten Far­ben (die es auch als Led­er­arm­band gibt) sind: schwarz mit Inlay in rot (Fis­ten), gelb (Urin), blau (Fick­en) und weiß (Sper­ma)

Mit­tler­weile gibt es zahlre­iche Aktions‑, und Gedenk­tage der queeren Com­mu­ni­ty. Deswe­gen soll die unten ste­hende Liste eine Hil­fe geben:

DatumGedenk- oder Aktion­stagBeschrei­bung
27. Jan­u­arHolo­caust Gedenk­tag
(Befreiung Auschwitz)
Erin­nert an die Opfer des Nation­al­sozial­is­mus
08. MärzFem­i­nis­tis­ch­er Kampf­tag
(Frauen­tag)
Von der sozial­is­tis­chen Arbeiter*innenbewegung gegrün­det, um das Frauen­wahlrecht zu ermöglichen. Heute um auf weit­er­hin beste­hende Benachteili­gun­gen von FLINTA* aufmerk­sam zu machen
31. MärzTag der Trans*Sichtbarkeit
Trans* Day of Vis­i­bil­i­ty (TDoV)
Seit 2009 wird Sicht­barkeit für die Rechte der Trans*-Community geschaf­fen — hier gibt es im Ver­gle­ich noch die größte Benachteili­gung
26. AprilTag der les­bis­chen Sicht­barkeitFrauen wer­den oft “mit­ge­meint” — les­bis­che Frauen wer­den im dop­pel­ten Sinne unsicht­bar. Seit 2008 wird daran erin­nert, les­bis­chen Frauen auch an jedem anderen Tag zu sehen
17. MaiInter­na­tionaler Tag gegen Queer­feindlichkeit
(IDAHOBITA*)
Am 17. Mai 1990 hat die WHO Homo­sex­u­al­ität aus der Liste der psy­chis­chen Krankheit­en gestrichen. Seit 2005 wird an diesem Tag auf die Gefahr durch Queer­feindlichkeit hingewiesen
22. MaiHar­vey Milk DayHar­vey Milk war der erste offen Schwule der ein poli­tis­ches Amt begleit­ete. 1978 wurde er erschossen
JuniPride-MonthIm Monat der Stonewall-Auf­stände wer­den weltweit queere The­men in den Fokus gerückt
22. JuniPulse-Atten­tat2016 wur­den bei einem Atten­tat im LGBTQIA*-Club “Pulse” in Flori­da 49 Men­schen getötet und 53 ver­let­zt
28. JuniStonewall1969 set­zten sich LGBTQIA*-Menschen gegen Polizei­willkür und ‑gewalt zur Wehr
14. Juliinter­na­tionaler Nicht-BInär-TagGenau zwis­chen dem Welt­frauen­tag (08.03.) und dem Welt­män­nertag (19.11.) soll der Nicht-Binär-Tag Bewusst­sein schaf­fen, dass es Geschlecht­si­den­titäten jen­seits von “männlich” und “weib­lich” gibt
let­zter Sam­stag im JuliCSD MainzEinge­bet­tet in das Rah­men­pro­gramm “Som­mer­schwüle”
11. Okto­berCom­ing-Out-TagSeit 1988 zur Aufmerk­samkeit für die immer noch beste­hen­den Schwierigkeit­en, Selb­stzweifel und Anfein­dun­gen die mit einem Com­ing-Out ver­bun­den sein kön­nen
26. Okto­berInter­sex Aware­ness DayTag der Intergeschlechtlichkeit
3. Mittwoch im Okto­berinter­na­tionaler Tag der PronomenZur Sen­si­bil­isierung, die Pronomen ander­er Men­schen zu respek­tieren
20. Novem­berTag des Erin­nerns an die Opfer von Trans*FeindlichkeitSeit 2018 wird jährlich an die Opfer von Trans*Feindlichkeit erin­nert
01. Dezem­berWelt-Aids-TagZur Erin­nerung, Aufk­lärung und Abbau von Stig­ma­tisierung für Betrof­fene von HIV/Aids
10. Dezem­berTag der Men­schen­rechte1948 haben die Vere­in­ten Natio­nen die all­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte ver­fasst